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Das Ende des Sommers

und die Suche nach Trost
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War es das jetzt?

Bitte nicht! Ich bin noch nicht soweit. Herrje, so lang und so sonnig kann ein Sommer kaum sein, dass ich mal satt davon werde. 2018 ging. Sommer von April bis Oktober. Da sehnte sogar ich mich am Schluss nach tagelangem Schmuddelwetter, damit man mal wieder ruhigen Gefühls in der Bude bleiben und aufräumen konnte. 2018 ging. Und das war eine Katastrophe. Wetter-/Klimatechnisch. 2003 ging auch. Hitze wochenlang. Auch das galt als Katastrophe. So rein wettermäßig habe ich anscheinend einen Faible für die Katastrophenjahre. Sollte ich mal drüber nachdenken.

Sei´s wie´s will – auf jeden Fall  jetzt nochmal alles auskosten, rausholen, was rauszuholen geht.  Die Kinder sind bei Papa. Am Wochenende allein noch mal einen Abend im eigenen Hof verbracht, anderntags eine Freundin besucht, eine Nacht im Eschachtal, unter Sternen eingeschlafen, eine Radtour nach Hause, hinter mir der Schwarzwald, vor mir die Schwäbische Alb, alles in Sonne getaucht, daheim die Tasche gepackt, für die Cabrioletfahrt an den Rhein.

Auf das Cabrioletfahren hatte ich mich echt gefreut. Hab gedacht, ich werd mich fühlen wie Grace Kelly an der Corniche. Hatte das Kopftuch entsprechend umgebunden und die Sonnenbrille auf. Und ich war wirklich gewillt, die Fahrt zu genießen. In den Kurven rutschte es von einer Arschbacke auf die andere, aber egal, auch das kann ja lustig sein. Und dann wurd mir bei 150 kmh eben doch zunehmend mulmig, und sowieso, wenn sich dabei Hände vom Lenkrad lösten und in der Handtasche nach dem Lippenstift angelten, im Fußraum nach dem Sprudel, in der Zwischenablage nach dem Handy, wenn Augen hierhin und dahin schweiften und der Abstand zum Vordermann so kurz wurd, dass ich ohne Fahrtwind hätte rüberspucken können. Und dann hielt für gefühlt einen Kilometer eine Hand das Handy über die Armatur unter die Frontschutzscheibe und machte ein Selfie von uns beiden, darauf die eine lachend mit schickem Hut und roten Lippen, die andre mit Tuch und Sonnenbrille, Falten auf der Stirn, Kräuselkinn und deutlich angespanntem Zug  um den Mund. Das mit Grace Kelly hat eher nicht geklappt. Naja. Die Assoziation war sowieso ziemlich verwegen.

Rheinschwimmen ist großartig. Kaum ist man mit den Füßen drin, ziehts auch schon. Man geht weiter rein, das Wasser ist frisch und kühl und klar, man fängt an zu schwimmen und denkt, man hat´s voll im Griff, und plötzlich merkt man, wie der Fluss einen hat, wie rasant er einen mit sich trägt. Er hat einen voll gepackt. Man muss sich schon anstrengen, um wieder Richtung Ufer zu kommen. Gegen den Strom geht gar nicht. Ich ließ mich mittragen, mal auf dem Rücken, mal auf dem Bauch.  Es wirkte, als kämen mir Wellen entgegen, und es hob und senkte mich, während ein ausgesprochen hübsches Dörfchen vorüberzog. Dabei war ich es, die glitt. Ich dachte, ich geh mal Richtung Ufer, nur um zu testen, wie´s geht. In die Uferbefestigungsmauer sind Stiegen und Geländer eingelassen. Den  ersten Ausstieg erwischte ich nicht, die Strömung war zu stark und trug mich weiter, ich nahm die nächste, und schlug mir das Knie auf. Man muss erst mit dem Fuß gegenhalten. Aha! ich lief zurück und ging weiter oben nochmal rein. Nächster Versuch. Scheiß auf das bisschen Blut. Der Rhein ist nicht der Amazonas, hier hat es keine Piranjas. Diesmal schwamm ich die volle Länge. Frühzeitig  vor der Brücke hängte ich mich an zwei reife Damen, dachte, was die können, kann ich auch, und ordnete mich nach ihnen rechts ein, glitt vorsichtig am Brückenfuß entlang, gleich dahinter ging’s rein in den Bootsanlegeplatz und hoch zur Straße. Zurück zum Strandbad. Und so wiederholte sich das noch einige Male.

Wir tranken zum Schluß jede ein alkoholfreies Weizen, kein Alk!, wenigstens, und fuhren in der Abendsonne zurück. Ich strengte mich an, locker zu bleiben. Meinen Schiss hatte ich auf der Hinfahrt zaghaft erwähnt und wenig Erfolg damit gehabt. Und also ging´s eh nicht anders – mitgehangen mitgefangen. Manchmal muss man vertrauen, ob man will oder nicht. Und schön war´s  auch trotz und mit Muffensausen. Grace Kelly an der Corniche spiele ich halt nicht mehr so schnell.

Zum Wochenanfang nochmal Freibad. Am Dienstag zum Stausee. Mittwoch? Gleich nochmal - bevor es vorbei ist.

Mir graut davor. Ich will mir den Herbst schön denken, mit buntem Laub und Kastanien, prächtig blühenden Astern und Morgennebel.  Es fällt mir nicht leicht. Ich denk mir, nach dem Sommer ist vor dem Sommer, nach der Reise sollt´ man gleich die nächste planen, ich überlege Bergtouren und Badeurlaube. Und einen Kurztrip dazwischen. Ich war noch nie in Heidelberg, und Mannheim kenn ich auch nicht. Geht alles mit dem Zug. Bestimmt. Bei der Bahn weiß man ja nie -. Oder Ulm. Da kenn ich wen. Meine Gästin vom Narrentreffen.

Apropos. Daheim ist´s auch schön. Stadtfest. Das ist doch ein brauchbarer Trost! Es gab da mal eins, da war eine Riesensause hinterm Münster, zwischen Schuhmacher Auch, der damals noch ´Kunst und Handwerk´ war, und Weinstube Russ. Und in einem anderen Jahr spielte eine Band hinter der alten Post, die ich heute noch in den Eingeweiden spüre. Die war toll!

Stadtfest. Heuer mit Kindern. Und es wird eher die Hüpfburg im Sonnensaal und der Flohmarkt um Schwarzes Tor und Münsterplatz. Und für mich der ketchupverschmierte Wecken, übriggeblieben von Marthas heißer Roter statt gebratener Sardinen von den Portugiesen. Und wir sind unterwegs mit OmaOpa. Die treffen auch alte Bekannte und sorgen außerdem für Luftballons und Schnickschnack. Im Übrigen gibt´s ein Fanta hier, ein Schorle da, viele Plaudereien  und Trubel ringsum - üpfburg im Sonnensaal, und der Flohmarkt ich freu mich drauf.

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