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Eine Weihnachtsbotschaft

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Sie gehört ´Zum Fest´ dazu,  zu DEM Fest, diesem so bedeutsamen.  Nur Schmücken und Schenken und die Geschichte weglassen gilt irgendwie nicht. Es ist ja auch eine sehr schöne Geschichte.  

Deshalb sag ich gerne „ein Mal im Jahr kann man in die Kirche“, wenigstens an Weihnachten. Zugegeben, ich halte mich selbst nicht daran. Mit den Kindern habe ich mich aufs heimische Krippenspiel verlegt und finde, das gilt auch. Dieses Jahr ist es für mich sogar beides geworden – Krippenspiel und Gottesdienst.

Dass der zweite Weihnachtsfeiertag zuallererst als Stephanitag gefeiert wird – vielleicht wusste ich das mal. Präsent war es mir nicht mehr.  Aber es ist der Gedenktag des heiligen Stephanus. Der hat in den ersten Jahrzehnten nach Christus gelebt und war Diakon in der Urgemeinde in Jerusalem, bis er vor den Hohen Rat gezerrt wurde mit der Anschuldigung, er kehre sich gegen das Judentum, gegen deren Stätten und Gebräuche. Stephanus habe die längste verzeichnete Verteidigungsrede gehalten – geholfen hat sie ihm nicht – er wurde gleich im Anschluß gesteinigt.

Das ist schlimm und bitter und tragisch und alles. Aber die Schlüsse daraus finde ich auch starken Tobak.

Stephanus gilt als der Erzmärtyrer, als ´Protomärtyrer´, was dann wohl der Prototyp des Märtyrers ist. Sagt Wikipedia. Sagte so oder so ähnlich auch der Pfarrer. Und er zitierte  Matthäus 10: „Denn ihr seid es nicht, die da reden, sondern eures Vaters Geist ist es, der durch euch redet. Es wird aber ein Bruder den andern zum Tod überantworten und der Vater den Sohn, und die Kinder werden sich empören wider die Eltern und ihnen zum Tode helfen. Und ihr müsset gehaßt werden von jedermann um meines Namens willen. Wer aber bis an das Ende beharrt, der wird selig.“

Zwar darf nach kirchlichem Verständnis – so habe ich jetzt gelesen - als Märtyrer nur bezeichnet werden, wer seine Überzeugung nicht gewaltsam durchsetzt. Aber trotzdem – das  wird hochgehalten? Das ist doch wider den Frieden. Oder verstehe ich das falsch? Der Glaube über alles,  und zwar ganz ausschließlich, mit einer einzig wahren Form, bis zum bitteren Ende durchgezogen, und zerbrechen noch so viele Familien, Freundschaften, Nachbarschaften, Dörfer, Gesellschaften. Alles egal, es zählt nur der Glaube. 

Auch Gewissenskonflikte können gewaltig sein - wenn man zwischen Glaube und Liebe oder Zuneigung oder Loyalität steht. Und wenn da einer ist, der sagt, wofür man sich zu entscheiden hat. Und da soll immer der Glaube gewinnen, egal wie groß die Not ist, egal wie groß der Schaden?  Eltern gegen Kinder, Kinder gegen Eltern, Eheleute, Freunde, alle gegeneinander, Gesellschaften gespalten, weil jeder die Wahrheit für sich reklamiert?  Ich dachte es ginge um Liebe, um Nächstenliebe, um Großmut und Vergebung. Und dann so eine Nummer? Geht’s noch?

Am ersten Weihnachtsfeiertag mit den Kindern ´Merida´ gesehen, ein Animationsfilm, in dem es um ein schottisches Burgfräulein geht, das lieber reiten und Pfeil-und-Bogen-schießen will als heiraten, und das im Zorn über den Zwang eine Prinzessin sein zu müssen eine Zauberin bemüht. Doch der Zauber hat schlimme Nebenwirkungen, und die Prinzessin hadert mit sich, wie sie so egoistisch war und so viel Leid über die Familie gebracht hat. Ich verstehe sie voll und ganz in ihrem unbeugsamen Willen, ihr Geschick selbst bestimmen zu wollen. Und genauso gut verstehe ich, dass sie mit sich hadert und ihr Gewissen sie fürchterlich plagt.  Wollen ist erlaubt. Der Flurschaden, den der eigene, durchgesetzte Wille aber bisweilen anrichtet, der gehört halt mit dazu. Abwägen ist kein Fehler. Natürlich geht der Film gut aus.

Ohne Witz – ich schreibe das mit eigenartigem Gefühl in den Fingern - da liegt mir Disney näher als die Bibel.  Bei aller Liebe – ´Glaube über alles´, und sei der Schaden noch so groß - das ist einfach nicht mehr angesagt. Das ist erwiesenermaßen käse. Und wenn es 100 Mal in der Bibel steht – das mit dem Bruder gegen Bruder usw. wird tatsächlich an mehreren Stellen wiederholt – es wird trotzdem nicht besser.

Im Gottesdienst erst Stephanus und die gesellschaftlichen Brüche, dann  die Weihnachtsbotschaft. Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Ich krieg´s nicht zusammen.

Die Münstersängerknaben waren da, und das versöhnte doch etwas. Ich weiß nicht mehr zu welchem Lied - einer dieser Evergreens, von denen man die ersten drei Worte hört und die ganze Strophe weiß -und die Gemeinde sang und die Sängerknaben mischten sich mit glockenhellem Halleluja hinein – das war schön.

 

Anmerkung: wer und was das auf dem Bild ist, weiß ich nicht; es hat mit Stephanus vermutlich nicht das Geringste zu tun. Es fiel mir nur so ins Auge.

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